Zielobjektsuche ZOS®

Bei der Zielobjektsuche, auch einfach ?ZOS®? genannt, handelt es sich um eine ganz besonders raffinierte Form der Nasenarbeit des Hundes:

Hier lernt der Hund, einen oder mehrere Gegenstände, beispielsweise eine klitzekleine Holzklammer, inmitten eines ?Trümmerfeldes? zu finden, wie die Zollhunde am Flughafen eine Reihe ?Päckchen? abzusuchen oder sogar diese Klammer auf einer abgesteckten Wiesenfläche aufzuspüren. Das eignet sich ganz prima, um den Familienhund mal ein bisschen auszulasten, und für die hundesportlich Ambitionierten gibt es auch noch die Wettkampfvariante, wo unter anderem die Suchdauer zeitlich begrenzt wird. Es macht auch einfach einmal Spaß, sich mit anderen zu messen und die Leistung von den Wettkampfrichtern professionell einschätzen zu lassen!

?Die sind so ruhig geworden!?, staunte eine Teilnehmerin unseres jüngsten Tagesseminars im Hundezentrum. Tatsächlich: Auch der jüngste Vierbeiner hatte nach wenigen Arbeitseinheiten eine ausgeglichene ?Betriebstemperatur? bekommen ? durch ruhige, konzentrierte Arbeit.

Als ich vor einigen Jahren dieses Auslastungsmodell kennenlernte, war ich sofort fasziniert, und alles, was ich zuvor an Beschäftigungsmöglichkeiten mit Naseneinsatz kennengelernt hatte, wirkte auf mich wie triviale ?Schnupperei?. Die Zielobjektsuche wurde 2005 von den beiden Hundeexperten Ina und Thomas Baumann entwickelt; beide haben sich jahrelang als Diensthundeführer der Polizei bzw. beim Bundesgrenzschutz professionell mit dem Spürhundewesen beschäftigt ? und das hat auch bei der Zielobjektsuche Spuren hinterlassen. Eine faszinierend durchdachte Beschäftigungsform, die Hunde sowohl geistig als auch körperlich auslastet, ihre Konzentration fördert und durch das eigenständige Lösen der Suchaufgabe ein wahrer Selbstbewusstseins-Kick insbesondere für unsichere Vierbeiner ist. Versteckt werden kleine, für den Hund an sich uninteressante Gegenstände, die ihm zuvor speziell bekannt gemacht wurden, wie beispielsweise eine Holzklammer.

Verstecktes Futter oder das Lieblingsspielzeug wären nicht nur durch Geruch und Größe viel zu einfach zu finden, sie würden dem Hund beim Finden schon Belohnung genug sein, und der Mensch hat kaum eine Bedeutung bei der Beschäftigung. Beim ZOS aber bekommt der Hund seine Bestätigung nach erfolgreicher Anzeige des versteckten Gegenstands von seinem Zweibeiner, und diese Zusammenarbeit wirkt sich insgesamt sehr positiv auf die Bindung zwischen Hund und Mensch aus.

Bei Fortgeschrittenen wird der Gegenstand immer weiter versteckt, so dass er nicht mehr zu sehen ist, die Größe des Suchfeldes ausgeweitet, das Ablegen erschwert, Schweineohren oder Spielzeug im Suchbereich abgelegt, die vom Hund in der Sucharbeit ignoriert werden, und so weiter. Jeder Hund wird individuell gearbeitet, es gibt nicht ?den Königsweg?, seinen Hund bei der Zielobjektsuche anzuleiten: Manche vertragen etwas mehr motivierende Unterstützung, anderen tut es gut, mehr herunterzufahren. Wenn Hund oder Herrchen körperlich nicht so gut am Boden arbeiten können, kann mit einem erhöhten Suchfeld eine individuelle Lösung gefunden werden. Sehr abwechslungsreich also, und wir könnten uns eom Hundeleben ohne ZOS kaum noch vorstellen. Neugierig geworden? Manuela Klemz ist lizensierte ZOS-Trainerin für Familienhunde veranstaltet regelmäßig ZOS-Trainings in Reichertshofen und in anderen Hundeschulen, Hundevereinen, Hundehotels und wo immer sie die Einladung hinführt. Mehr Infos unter www.hundezentrum-reichertshofen.de!

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